Hoffmanns Erzählungen

Deutschland 1916, 84 Minuten | HD-s/w-restaurierte Fassung

Hoffmanns Erzählungen ist ein deutscher Stummfilm aus dem Jahre 1916 von Richard Oswald, frei gestaltet nach Motiven aus der gleichnamigen Oper, die wiederum auf einigen Novellen E. T. A. Hoffmanns beruht.


Der junge Hoffmann lebt bei seinem Onkel in Jena, der ihm herzlich verhasst ist, ebenso wie einige Gestalten aus dem Bekanntenkreis: Conte Dapertutto, die Alchemisten Coppelius und Spalanzani und der Arzt Dr. Mirakel.

Um diese Figuren entspinnen sich, Jahre später, drei unglückliche Liebesgeschichten: (1) Durch Coppelius′ Wunderbrille, die alles Tote lebend zeigt, verliebt dieser sich in die Tanzpuppe Olympia. (2) Conte Dapertutto hetzt Hoffmann und Schlemihl, die sich beide um Giulietta bemühen, zum Duell, in dem Schlemihl stirbt; Dapertutto macht sich mit dessen Gold und der Angebeteten davon. (3) Dr. Mirakel stiftet Hoffmann an, Antonia, die Tochter des Rats Crespel, tanzen zu lassen, was tödlich für sie endet. Hoffmann zieht weiter nach Berlin.

Im Auftrag des Konzerthaus Berlin schreibt der in Wien lebende deutsche Komponist Johannes Kalitzke eine neue Filmmusik für Orchester. In Kooperation mit dem ZDF in Zusammenarbeit mit Arte finden die Aufnahmen mit dem Konzerthausorchester Berlin unter der Leitung des Komponisten im Sommer 2021 statt.

Hoffmanns Erzählungen

Filmmusik für Orchester von Johannes Kalitzke (2021)

Besetzung:

Informationen folgen in Kürze.

Von Hoffmanns Erzählungen lag bisher nur eine gekürzten Fassung mit starken Bilddefekten vor. 2017 konnte das Filmarchiv Austria ein komplettes Nitropositiv ausgezeichneter Bildqualität entdecken, das nun erstmals eine Restaurierung des kompletten Werkes ermöglicht, die in Kooperation mit 2eleven music, dem Konzerthaus Berlin, ZDF/Arte erfolgt und mit einem Kompositionsauftrag an Johannes Kallitzke im Berliner Konzerthaus 2021/22 seine Premiere haben wird und anschließend im Programm von Arte zur Ausstrahlung kommt. 2020 startete die Restaurierung mit den hochauflösenden Scanns sämtlicher noch existierender Originalmaterialien. Im Anschluss wurde die philologische Rekonstruktion ausgeführt und eine kadergenaue Rohfassung erstellt, auf deren Grundlage derzeit die Komposition erfolgt. 2021 wird diese digital restauriert und nach Fertigstellung der Bildbearbeitung das historische Viragenkonzept, das Grading, sowie das digitale Authoring umgesetzt.

Johannes Kalitzke (*1959) studierte Klavier, Dirigieren und Komposition an der Musikhochschule in Köln, darauf folgt ein Studium der elektronischen Musik. Er gilt als ausgezeichneter Interpret klassischer und moderner Musik und hat regelmäßig Gastdirigate bei den im Bereich der zeitgenössischen Musik führenden Ensembles, Sinfonieorchestern und Opernhäusern. Schwerpunkt seiner musikalischen Arbeit ist jedoch die Komposition, insbesondere für Oper – zuletzt als Auftragswerk der Oper Heidelberg PYM – und Kammerensemble. Seine orchestrale Filmmusik für DIE WEBER (D 1927) ist im Moment die international meistgespielte Stummfilmmusik, u.a. vom ensemble modern; sie wurde im Juli 2013 von ZDF/ARTE koproduziert. Es folgten an Stummfilmmusiken: SCHATTEN (D 1923), uraufgeführt bei den Tagen für neue Kammermusik 2016, Witten, als Koproduktion ZDF/ARTE und WDR, ORLACS HÄNDE (A 1924), uraufgeführt in Salzburg (aspekte) 2018 und auf ARTE im Jahr 2019 gesendet. Sein jüngstes Werk mit Film, die Kirchen-Filmoper JEANNE D‘ ARC (F 1928), wurde am 20.08.20 beim Carinthischen Sommer 2020 uraufgeführt.

Richard Oswald wurde 1880 in Wien geboren. Er begann eine Karriere als Schauspieler in Wien, bevor er 1914 erstmals als Regisseur arbeitete und 1916 seine eigene Produktionsfirma, die „Richard Oswald-Film GmbH“ gründete. Oswald galt als Begründer des sogenannten Aufklärungsfilms. Er behandelte in seinen Werken häufig Tabuthermen, wie Homosexualität, Schwangerschaftsabbruch oder Geschlechtskrankheiten. Viele diese, meist in den späten 1910er Jahren entstandenen Filme wurden stark zensiert. Nach einer Phase von eher erfolglosen Klassikverfilmungen inszenierte Oswald in den 1920er Jahren viele Genre-Filme. Ab 1926 arbeitete er für die Nero-Film, die er zusammen mit Heinrich Nebenzahl gegründet hat. Neben leichten Stoffen (‚Im weißen Rössl‘, 1926) und Altbewährtem (‚Der Hund von Baskerville‘, ‚Frühlings Erwachen‘, beide 1929) griff er mit ‚Feme‘ (1927), einem Film über die Ermordung Walter Rathenaus, auch politisch brisante Themen auf. 1930 inszenierte er seinen ersten Tonfilm ‚Wien, du Stadt der Lieder‘. Mit Beginn des NS-Regimes floh Richard Oswald 1933 zunächst nach Paris, um später mit seiner Frau und ihren gemeinsamen Kindern in die USA zu emigrieren. In Amerika drehte er drei Filme, konnte jedoch nicht an seine früheren Erfolge anknüpfen. Während eines Besuchs in Deutschland erkrankte Oswald und verstarb am 11. September 1963 in Düsseldorf.

© DFF Deutsches Filminstitut & Filmmuseum


Credits

  • Regie:
    Richard Oswald
  • Drehbuch:
    Fritz Friedmann-Frederich, Richard Oswald
  • Kamera:
    Ernst Krohn
  • Darsteller:
    Kurt von Wolowski (Junger Hoffmann), Max Ruhbeck (Onkel), Paula Ronay (Tante), Werner Krauß (Conte Dapertutto), Friedrich Kühne (Coppelius, Brillenhändler), Lupu Pick (Spalanzani, Direktor eines Museums), Ernst Ludwig (Rat Crespel), Nely Ridon (Frau Rat Crespel) u.v.a.
  • Restaurierung (2021):
    Filmarchiv Austria
  • Musik (2021):
    Johannes Kalitzke (Auftragswerk von Konzerthaus Berlin)
  • Redaktion:
    Nina Goslar, ZDF
  • Produzent:
    Thomas Schmölz (2eleven music film)

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